{"id":2216,"date":"2014-11-04T23:18:42","date_gmt":"2014-11-04T23:18:42","guid":{"rendered":"http:\/\/ankedomscheitberg.de\/?p=2216"},"modified":"2018-11-05T16:28:28","modified_gmt":"2018-11-05T15:28:28","slug":"teil-7-aus-meinem-tagebuch-vor-25-jahren-mein-erstes-mal-im-westen-13-11-1989","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=2216","title":{"rendered":"Teil 7 &#8211; Aus meinem Tagebuch vor 25 Jahren &#8211; mein erstes Mal im Westen &#8211; 13.11.1989"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Gef\u00fchle kann ich nicht beschreiben, ist absolut unm\u00f6glich. Ich hab wie viele mit den Tr\u00e4nen gek\u00e4mpft. Es war so unglaublich, man geht da durch, als w\u00e4re es nicht gestern noch ein Todesfeld mit Minen, ein Stromstacheldraht und und und, alle gingen durch, nur so, es war v\u00f6llig normal. Der Empfang war ebenso unbeschreiblich. Wildfremde Menschen umarmten sich. Westberliner klatschten, alles lachte und heulte. Nie im Leben verge\u00df ich das.&#8220;<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nMeine Tagebuchnotizen vom 13. November 1989. (English Version coming soon!)<\/strong><br \/>\nDies ist Teil 7 aus der Reihe \u201cAus meinem Tagebuch \u2013 vor 25 Jahren \u2013 Herbst 1989\u2033, fr\u00fchere Teile sind am Ende dieses Posts verlinkt, ebenso wie Dokumente, Fotos aus der Zeit und mein Buch &#8222;Mauern einrei\u00dfen&#8220;. Es gibt alle Teile auch in englischen \u00dcbersetzungen auf meinem Blog. K\u00fcrzungen (private Inhalte) sind erkennbar an \u201c(\u2026)\u201d, Erkl\u00e4rungen gibt es in Klammern: (ADB: Erkl\u00e4rung) oder so: (=blabla). Ausf\u00fchrlichere Erkl\u00e4rungen gibt es in Fu\u00dfnoten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<blockquote><p><strong>Heute ist der 13.11.89, 11:15, Hauptbahnhof am Montag<\/strong><br \/>\nIch fa\u00df es noch gar nicht, vor 1 Stunde genau setzte ich mich in die S-Bahn-Charlottenburg&#8230; kam von der Riki (1), wo ich ein Wochenende gelebt hatte. Ein so volles. Wahnsinn, unbeschreiblich, Herr Gott, gib mir Worte, das Ma\u00df an Emotion auszudr\u00fccken \u2013 unm\u00f6glich. Versuchen?<\/p>\n<div id=\"attachment_2217\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2217\" loading=\"lazy\" class=\"  wp-image-2217 size-medium\" src=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-VS-300x211.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-VS-300x211.jpeg 300w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-VS-768x539.jpeg 768w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-VS-1024x719.jpeg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-2217\" class=\"wp-caption-text\">So eine Z\u00e4hlkarte hatte ich noch f\u00fcr den Grenz\u00fcbertritt am 11.11.1989 ausf\u00fcllen m\u00fcssen, sehen wollte sie aber dann doch keiner mehr an der Grenze&#8230;<\/p><\/div>\n<p>Nach der Trauer am Donnerstag \u2013 waschen Freitag fr\u00fch (2). U. kommt ins Bad und strahlt \u2013 na, was sagst Du zu unserem Sieg? \u2013 Ich wu\u00dfte nichts, da redet er von Mauerschwund&#8230; Ich renne zum Radio und h\u00f6re es selbst, jeder darf r\u00fcber wie er will. Unfa\u00dfbar. Ich bin mit Gundi gleich zur Polizei und in 1 Std. hatten wir das Visum. (3) Der Tag war gelaufen. Kein Fatz Entwurf gemacht. Fr\u00fchst\u00fcck (mit) Gundel gefeiert, ein Lik\u00f6rchen getrunken. Angerufen zu Hause und die Eltern zur Polizei geschickt. Kunstgeschichte geschw\u00e4nzt und heim gefahren. Riki war schon weg. Am Samstag fr\u00fch mit Auto los zum neuen \u00dcbergang Bernauerstrasse-Brunnenstrasse, der Vater dr\u00e4ngelte sich rein, wir standen 1 Stunde, die Schlange war endlos, es ging st\u00e4ndig vorw\u00e4rts. Nur Ausweis hochhalten. Ringsherum aufgebrochene Mauern, Bauarbeiter, Grenzer. Ich strahlte einen an \u2013 auch die freuen sich jetzt, trotz Stre\u00df.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?attachment_id=2218\" rel=\"attachment wp-att-2218\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-2218 alignleft\" src=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-RS-1024x709.jpeg\" alt=\"zaehlkarte-RS\" width=\"391\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-RS-1024x709.jpeg 1024w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-RS-300x208.jpeg 300w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/zaehlkarte-RS-768x532.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/a>Auf der Mauer sa\u00dfen Westberliner Jugendliche, klatschten und winkten, mir standen auch Tr\u00e4nen in den Augen. \u00dcberall die Westberliner, lachen, winkend, x-Fernsehteams (vielleicht sah mich M&#8230;?) Eine Frau verteilte Nimm-2, andere Rosen, wei\u00df und rot, Kaiser verteilte Kaiserkaffee und Schokolade \u2013 wir suchten einen Bus und fuhren dann per SBahn zur Riki. Mittags waren wir da. Ein Taumel, so viele Leute. Schon die Busse sind viel sch\u00f6ner, die Mauer so bunt, \u201csauer macht lustig, Mauer macht frustig\u201d \u2013 sch\u00f6ne Spr\u00fcche \u00fcberall. Riki wohnt gegen\u00fcber vom Azteken (=Schmuckladen), in der Hektorstr. (&#8230;), neben dem Kudamm, ganz dicht. Eine sch\u00f6ne Altbauecke, 4. Stock, Riesenfenster (im ganzen Viertel), Blick auf die D\u00e4cher, wundersch\u00f6n. Helle, unkomplizierte Wohnung, liebenswert. Tolle Fotos, 2 Katzen&#8230; sch\u00f6n. Sohn Emil mit langen Lohden, 20. Jahre, zuk\u00fcnftiger Schlagzeuger. Ich hatte ein Zimmer f\u00fcr mich ganz allein. Die Eltern fuhren nachts zur\u00fcck. Vorher sind wir (ich allein) den Kudamm auf und ab gebummelt. Hab im Ku-eck im Indienladen die Simone G. (=Schulkameradin) getroffen \u2013 die Welt ist klein, (&#8230;) M\u00fcncheberg (=Heimat- und Schulort) ist \u00fcberall.<\/p>\n<div id=\"attachment_2231\" style=\"width: 888px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:Thefalloftheberlinwall1989.JPG\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2231\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2231\" src=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-05-at-00.12.32-.png\" alt=\"Genau an dieser Stelle - direkt hinter dem Brandenburger Tor - war ich mit meiner Mutter auf die Mauer geklettert. Ein unvergesslicher Moment in einer euphorischen Menge. Magie eines Augenblicks. Foto: Wikipedia Commons, Link: http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:Thefalloftheberlinwall1989.JPG, Autor unbekannt, Reproduktion: Lear 21 von einer Fotodokumentationswand des Berliner Senats\" width=\"878\" height=\"663\" srcset=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-05-at-00.12.32-.png 878w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-05-at-00.12.32--300x227.png 300w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-05-at-00.12.32--768x580.png 768w\" sizes=\"(max-width: 878px) 100vw, 878px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2231\" class=\"wp-caption-text\">Genau an dieser Stelle &#8211; direkt hinter dem Brandenburger Tor &#8211; war ich mit meiner Mutter auf die Mauer geklettert. Ein unvergesslicher Moment in einer euphorischen Menge. Magie eines Augenblicks. Foto: Wikipedia Commons, Link: http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:Thefalloftheberlinwall1989.JPG, Autor unbekannt, Reproduktion: Lear 21 von einer Fotodokumentationswand des Berliner Senats<\/p><\/div>\n<p>Um 18:00 haben wir uns bei Riki getroffen und beim Italiener gegessen, auf der Strasse, die in die des 17. Juni \u00fcbergeht. Die Kellner rannten, mit roten Sch\u00fcrzen, das Essen war g\u00f6ttlich, der Chianti rosso wunderbar und ziemlich stark. Der Vater a\u00df Calamari (in Ringen), Riki und die Meuder (=Spitzname meiner Mutter) eine Riesennudelplatte mit F\u00fcllungen, Pilzen und Saucen. Ich hatte eine Calzonepizza mit Pilzen, K\u00e4se und Schinken. Vorspeise war Fenchel, gef\u00fcllte Paprika, Oliven, eingelegte Forelle (super), Artischocke, irgendwie bearbeitete Tomate (unkenntlich)(4), gef\u00fcllte Pilze etc., g\u00f6ttlich. Ich dachte, ich mu\u00df platzen, es tat leid um jeden Rest. Wir a\u00dfen jeder von jedem, die Nudeln waren das beste dabei. Die Kellner flitzten und strahlten. Wir wurden einmal an einen anderen Tisch platziert, es war so viel Betrieb dort. Riki hatte uns eingeladen. Unverge\u00dflich alles. Viva la vita viva l\u2019amore \u2013 der Kellner auf meine Umzugsbemerkung: \u201cdas bringt doch Leben in die Bude\u201d, so toll alles.<br \/>\nAls wir gingen hielt uns der Restaurantchef vor der T\u00fcr an, ob wir nicht zum Abschied noch einen Amaretto oder dergleichen \u2013 wir waren schnell \u00fcberredet, nach hinten gef\u00fchrt und bekamen jeder vom Chef was spendiert, einen Sambucco f\u00fcr mich (Anis, angez\u00fcndet, fein und s\u00fc\u00df), Amaretto f\u00fcr den Vater, Sekt f\u00fcr die Meuder. Der Chef freute sich \u00fcber uns, hatte nur 2 St. geschlafen, war nachts um 3:00 nach der Arbeit noch zur Mauer gewandert um zuzuschauen. (5) Alles war so lustig, ich freue mich schon sehr auf den Italiener, G. (=Brieffreund, er hatte mich eingeladen).<br \/>\nDie Zeit verrennt. Die Eltern fuhren dann heim, ich schaute mit Riki noch Landkarten an, M. wohnt n\u00f6rdlich von New York, gar nicht so weit. Boston ist auch in der N\u00e4he. Riki\u2019s Sohn ist bald ein halbes Jahr in Hollywood, zur Schule, das ist auch in Californien. Ich freue mich so auf die Reise! Padua (=wo mein Brieffreund wohnte) ist ganz dicht bei Venedig \u2013 ein Traum! In Amsterdam habe ich sogar die Helmerstraat von Wiel (=holl\u00e4ndischer Brieffreund) entdeckt, eine lange Stra\u00dfe. Amsterdam macht einen feinen Eindruck. Geschlafen habe ich wie ein Engel und nur von Italienern getr\u00e4umt, Kellnern die auf dem Hof herumrannten und servierten. (&#8230;) Ich wollte ja schon gestern abend nach Leipzig kommen, komme ich eben heute, hoffentlich sind sie (=meine Freunde) noch da. Zur Demo (=Montagsdemo) schaffe ich es noch. Heute abend wollen wir feten. (&#8230;) Ich werde jetzt nach Sch\u00f6neweide fahren, da ist bestimmt auch noch Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>(1) Die Rede ist von der westberliner <a title=\"Riki Kalbe - Filme\" href=\"http:\/\/www.filmgalerie451.de\/filme\/riki-kalbe-15-filme\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dokumentarfilmerin Riki Kalbe<\/a>, eine Freundin meiner Mutter, mit der uns eine enge Freundschaft verband. Sie hat fotographisch u.a. die Ver\u00e4nderungen rund um den Potsdamer Platz nach dem Mauerfall begleitet. Sie war herzlich und humorvoll aber ist leider 2002 viel zu fr\u00fch gestorben, nach dem schon ihr Sohn Emil, ein begabter Musiker, mit nur 30 Jahren gestorben war. Meine Erinnerungen an den Mauerfall 1989 sind f\u00fcr immer mit Riki und ihrem herzlichen Lachen verbunden, mit ihrer Gastfreundschaft und den inneren Bildern z.B. von Postkartenfotos aus ihrer Kamera, Landkarten, die in ihrer Wohnung an den W\u00e4nden hingen, von der kleinen K\u00fcche, in der sich sch\u00f6ne Keramik stapelte und in der wir t\u00fcrkischen Kaffee und Rotwein tranken.<\/p>\n<div id=\"attachment_1103\" style=\"width: 672px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?attachment_id=1103\" rel=\"attachment wp-att-1103\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1103\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1103 \" src=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Screen-Shot-2014-01-23-at-14.05.54-.png\" alt=\"Unser alter Waschraum im Wohnheim der Fachschule f\u00fcr Angewandte Kunst in Ober-Schlema\/Erzgebirge\" width=\"662\" height=\"463\" srcset=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Screen-Shot-2014-01-23-at-14.05.54-.png 945w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Screen-Shot-2014-01-23-at-14.05.54--300x210.png 300w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Screen-Shot-2014-01-23-at-14.05.54--768x537.png 768w\" sizes=\"(max-width: 662px) 100vw, 662px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1103\" class=\"wp-caption-text\">Unser alter Waschraum im Wohnheim der Fachschule f\u00fcr Angewandte Kunst in Ober-Schlema\/Erzgebirge (Foto: Kathrin Roth-Wagner)<\/p><\/div>\n<p>(2) Es gab einen gemeinsamen Waschraum im Studentenwohnheim, einer Holzbaracke. Von diesem (unisex) Waschraum ist die Rede&#8230;Es war allerdings nicht mehr der alte Waschraum, wie hier abgebildet, sondern ein neuer, mit richtigen Fliesen an der Wand und gekachelten Duschkabinen, nicht mit so einer aus Blech wie in meinen ersten Studienjahren.<br \/>\n(3) In den Nachrichten hie\u00df es noch, dass man einen Stempel von der Polizei braucht, deshalb sind wir zur Meldestelle, die zur Polizei geh\u00f6rte und haben uns dieses Visum besorgt. Auch eine Z\u00e4hlkarte bekamen wir, die ich noch ausf\u00fcllt hatte, aber die niemand an der Grenze mehr sehen wollte.<br \/>\n(4) Mein allererstes italienisches Essen&#8230; bis auf den heutigen Tag das leckerste italienische Essen, dass ich je gegessen habe. Bestimmt auch wegen der Umst\u00e4nde, aber es war einfach auch himmlisch. Ich beschrieb das alles so genau, weil es alle diese Speisen so in der DDR nicht gegeben hatte. Weder Calamari noch gef\u00fcllte Pilze. Und wie getrocknete Tomaten aussehen, wu\u00dfte ich auch nicht, daher beschrieb ich ihre Bearbeitung als \u201cunkenntlich\u201d.<br \/>\n(5) Erst beim Herausgehen hatte der Restaurantbesitzer mitbekommen, dass wir Ossis und bei unserem ersten West-Essen waren. Deshalb lotste er uns wieder hinein, um gemeinsam zu feiern. Es war ein magischer Moment des gemeinschaftlichen Gl\u00fccks.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dies ist mein letzter Beitrag aus der Serie &#8222;Mein Tagebuch vor 25 Jahren&#8220;, als Bonus gibt es noch eine <a title=\"Dokument - Brief an Elisabeth zum Mauerfall\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/1989Nov19-Brief-ADB-an-Elisabeth.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Postkarte<\/a>, die ich wenige Tage nach dem Mauerfall an eine Freundin in Westdeutschland schrieb. Sie gab sie mir Jahre sp\u00e4ter mit anderen Briefen aus der Wendezeit zur\u00fcck, als Erinnerung, und ich bin daf\u00fcr sehr dankbar!<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Liebe Elisabeth,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; 19.11.1989, Schlema<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">bevor ich ins Bett verschwinde, noch schnell ein paar Zeilen. Zuerst lieben Dank f\u00fcr den Havel-Artikel, vielleicht verschwindet heute wirklich nichts mehr? Ihr h\u00f6rt sicher, was so alles los ist bei uns, es \u00fcberschl\u00e4gt sich. Die Euphorie war gro\u00df. Gleich am 10.11. haben wir uns ins Auto gesetzt, um uns in Berlin von der Wahrheit des Unvorstellbaren zu \u00fcberzeugen. Ich bin ulkigerweise just 11:11 Uhr durch die ehemalige Mauer &#8211; frisch durchgebrochen gewandert. Gef\u00fchle kann ich nicht beschreiben, ist absolut unm\u00f6glich. Ich hab wie viele mit den Tr\u00e4nen gek\u00e4mpft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/1989Nov19-Brief-ADB-an-Elisabeth.pdf\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-2220\" src=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-04-at-23.40.39-.png\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-04-at-23.40.39-.png 861w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-04-at-23.40.39--300x166.png 300w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Screen-Shot-2014-11-04-at-23.40.39--768x424.png 768w\" sizes=\"(max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es war so unglaublich, man geht da durch, als w\u00e4re es nicht gestern noch ein Todesfeld mit Minen, ein Stromstacheldraht und und und, alle gingen durch, nur so, es war v\u00f6llig normal. Der Empfang war ebenso unbeschreiblich. Wildfremde Menschen umarmten sich. Westberliner klatschten, alles lachte und heulte. Nie im Leben verge\u00df ich das. Hoffentlich war es trotz allem nicht zu fr\u00fch, ich f\u00fcrchte eine \u00f6konomische Katastrophe. In W-Berlin tauscht man schon 1:20, was soll da aus der DDR-Mark werden? Hoffentlich kommen wir \u00fcber den Winter. Apropos, so oft habt Ihr mich schon eingeladen, da w\u00fcrde ich so gern wirklich kommen. Ich habe nur im Dezember frei, sonst erst im Sommer. W\u00e4re es vom 27.-30.12. m\u00f6glich? Wenn Ihr schon Besuch habt, oder um diese Zeit lieber unter Euch seid, versteh ich das nat\u00fcrlich. Ich w\u00fcrde nachts fahren und vormittags ankommen in FFM. Es w\u00e4re so sch\u00f6n. Alles Liebe und Gr\u00fc\u00dfe an alle,<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Anke<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?page_id=995\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1729 size-medium\" src=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Screen-Shot-2014-09-01-at-16.43.39--188x300.png\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Screen-Shot-2014-09-01-at-16.43.39--188x300.png 188w, https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Screen-Shot-2014-09-01-at-16.43.39-.png 431w\" sizes=\"(max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>Dies war der 7. und letzte Teil einer kleinen Reihe von Tagebucheintr\u00e4gen aus dem Herbst 1989.\u00a0 Wer mehr als Tageb\u00fccher von mir zu dieser Zeit lesen m\u00f6chte, dem sei <a title=\"HP ADB Buch Mauern einrei\u00dfen\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?page_id=995\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mein Buch<\/a> ans Herz gelegt.<\/p>\n<p><strong>For english versions, see<\/strong> <a title=\"HP ADB Diary 4.10.1989\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=1893\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HERE<\/a>.<br \/>\n<strong>Weitere Informationen rund um die Wende \u201989:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"HP ADB Dokumente Wendezeit\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?page_id=1002\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">umfangreiche Sammlung von Originaldokumenten aus der Wendezeit<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Tagebuch 4.10.89\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=1793\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil 1: Tagebucheintrag 4.10.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Tagebuch 6. u 9..10.89\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=1849\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil 2: Tagebucheintr\u00e4ge 6. und 9.10.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Tagebuch 15.10.89\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=1977\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil 3: Tagebucheintrag vom 15.10.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Tagebuch 02.11.89\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=2040\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil 4: Tagebucheintrag vom 02.11.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Tagebuch 05.11.1989\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=2102\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil 5: Tagebucheintrag vom 05.11.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Tagebuch 09.11.1989\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=2162\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Teil 6: Tagebucheintrag vom 09.11.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Resolutionen\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=1936\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Resolutionen der Fachschule f\u00fcr Angewandte Kunst vom 9. und 10.Oktober 1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Spiegelschriftbrief\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=1956\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ein Brief in Spiegelschrift vom 9.10.1989<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Buch Mauern einrei\u00dfen\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?page_id=995\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mein Buch \u2013 Mauern einrei\u00dfen<\/a><\/li>\n<li><a title=\"HP ADB Wendezeit Fotos\" href=\"http:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?page_id=1084\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fotos aus der Wendezeit<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/09078668d26d41adb9a79aebdf4b4224\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Gef\u00fchle kann ich nicht beschreiben, ist absolut unm\u00f6glich. Ich hab wie viele mit den Tr\u00e4nen gek\u00e4mpft. Es war so unglaublich, man geht da durch, als w\u00e4re es nicht gestern noch ein Todesfeld mit Minen, ein Stromstacheldraht und und und, alle &hellip; <a href=\"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=2216\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2220,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2,3,4,8],"tags":[14,65,177,232,256,285],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2216"}],"collection":[{"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2216"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2216\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3335,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2216\/revisions\/3335"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}