{"id":2668,"date":"2016-02-01T11:52:33","date_gmt":"2016-02-01T11:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/ankedomscheitberg.de\/?p=2668"},"modified":"2016-02-01T11:52:33","modified_gmt":"2016-02-01T11:52:33","slug":"mein-nachtrag-zur-anne-will-sendung-kippt-die-stimmung-gegen-fluchtlinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/publizistin.anke.domscheit-berg.de\/?p=2668","title":{"rendered":"Mein Nachtrag zur Anne Will Sendung &quot;Kippt die Stimmung gegen Fl\u00fcchtlinge?&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Am 31.01.2016 war ich zu Gast bei <strong><a title=\"HP - Anne Will \" href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/annewill\/videos\/Misstrauen-Aengste-Verbote-Kippt-die-Stimmung-gegen-Fluechtlinge,annewill4474.html\" target=\"_blank\">Anne Will<\/a><\/strong>, wo dar\u00fcber debattiert wurde, ob denn nun die Stimmung gegen Fl\u00fcchtlinge gekippt sei oder nicht. Der aktuelle Aufh\u00e4nger waren pauschale <strong><a title=\"SpOn - Hausverbote Freiburger Nachtclubs\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/freiburg-runder-tisch-zu-klub-verboten-a-1073907.html\" target=\"_blank\">Hausverbote von Nachtclubs in Freiburg<\/a><\/strong> und Schwimmb\u00e4dern an anderen Orten f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, nachdem es dort vereinzelte \u00dcbergriffe gegeben hatte.<br \/>\nDie ganze Sendung kann man \u00fcbrigens <a title=\"YT - Anne Will 31.01.2016\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YFks2sKEOUk\" target=\"_blank\"><strong>HIER<\/strong><\/a> anschauen. Die G\u00e4ste waren:<\/p>\n<ul>\n<li>Jens Spahn, CDU, Finanz-Staatssekret\u00e4r<\/li>\n<li>Dieter Salomon, Oberb\u00fcrgermeister Freiburg, Mitglied der Gr\u00fcnen<\/li>\n<li>Mehmet Daimag\u00fcler, Nebenkl\u00e4geranwalt im NSU Prozess<\/li>\n<li>und ich selbst&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie immer ging die eine Stunde Debattenzeit viel zu schnell vorbei, wie immer gab es ein paar Eigendynamiken, die jede Gespr\u00e4chsstrategie unterminieren k\u00f6nnen &#8211; wie der zeitweilig lustige Dialog zwischen Daimag\u00fcler und Spahn, in dem sie nicht recht wu\u00dften, ob sie sich jetzt duzen oder siezen sollten. Ich empfehle das siezen, da ist das Kritisieren einfacher und da gabs einiges, denn Mehmet Daimag\u00fcler hat das Buch von Jens Spahn offenbar genauer gelesen, als es Letzterem lieb war, so lie\u00df der eine dem anderen seine Ausfl\u00fcchte nicht durchgehen und nagelte ihn immer wieder fest auf seine pauschalisierenden, Vorurteilsbeladenen Aussagen im eigenen Buch&#8230; Aber nicht davon wollte ich schreiben sondern von all den Dingen, die ich sagen wollte aber wozu es nicht kam.<br \/>\n<strong> Konsequenzen einer Abschottungspolitik ist einkalkulierter Tod von Fl\u00fcchtlingen<\/strong><br \/>\nWichtig war mir z.B. darauf hinzuweisen, dass der ausgesetzte Familiennachzug (und diese ganze Obergrenzengeschichte) nichts anderes bedeutet, als ganz bewu\u00dft den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen &#8211; nur weil wir als reichstes Land Europas meinen, nicht mehr teilen zu wollen oder diffuse, pauschale \u00c4ngste vor &#8222;dem Fremden&#8220; haben. <strong><a title=\"UNHCR - Frauen u Kinder fl\u00fcchten \u00fcbers Meer \" href=\"http:\/\/www.unhcr.org\/569fb22b6.html\" target=\"_blank\">Schon jetzt sind 55% der Fl\u00fcchtlinge (Stand Mitte Januar 2016) Frauen und Kinder.<\/a><\/strong> Sie kommen jetzt vermehrt selbst \u00fcber die lebensgef\u00e4hrliche Fluchtroute, weil der Familiennachzug immer unsicherer ist und sie lieber ihr Leben dabei riskieren, als es unter Fa\u00dfbomben in der Heimat zu verlieren &#8211; fern von ihren Angeh\u00f6rigen. Auf der Flucht sind sie besonders gef\u00e4hrdet, vor allem Frauen und M\u00e4dchen sind unterwegs sexualisierter Gewalt und Mi\u00dfbrauch ausgesetzt, sie werden von Menschenh\u00e4ndlern erpresst, ihre Lage ausgenutzt. Bei uns wird \u00fcberall debattiert, wie sehr es uns doch vor allem auf den Schutz der k\u00f6rperlichen Unversehrtheit von Frauen ankommt.<br \/>\nAber genaugenommen meinen die meisten dieser besorgten Debattierer, dass sie nur deutsche Frauen sch\u00fctzen wollen und auch die nicht gegen jede sexualisierte Gewalt sondern nur dann, wenn sie von Ausl\u00e4ndern kommt&#8230; (den Eindruck muss man erhalten, wenn man in all den Jahren, wo Feminist*innen f\u00fcr eine Reform des steinzeitlichen Sexualstrafrechts k\u00e4mpften, keinerlei Unterst\u00fctzung aus diesen Reihen erhielt. Wo aus diesen, vor allem rechten Ecken, immer Angriffe gegen Femistinnen kamen, wo Frauen grunds\u00e4tzlich nicht geglaubt wurde &#8211; weil ja z.B. Vergewaltigungen falsche Anschuldigungen seien&#8230;). Deshalb sind offenbar die Frauen und Kinder, die da unterwegs bei Eis und Schnee irgendwo zwischen Istanbul und Deutschland verrecken, &#8222;nicht unser Problem&#8220;. Dass die neu entstandenen &#8222;Frauenrechtler&#8220; nicht wirklich f\u00fcr die Rechte von Frauen eintreten, bekommen die meisten Frauen immerhin mit, nur 2% Frauen wollen die AfD w\u00e4hlen aber 17% der M\u00e4nner. Denkt mal dar\u00fcber nach.<br \/>\n<strong><a title=\"ZEIT - 10.000 Kinder verschwunden\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2016-01\/fluechtlingskrise-minderjaehrige-fluechtlinge-europa-europol-verschwunden\" target=\"_blank\">Mehr 10.000 Kinder sind auf dem Fluchtweg einfach verschwunden<\/a><\/strong>, mu\u00dften wir lesen in diversen Medien. Der Menschenhandel und Kindesmi\u00dfbrauch bl\u00fcht, weil wir nicht einmal Kindern einen sicheren Weg aus Kriegsregionen bieten k\u00f6nnen. Im 3. Reich wurden 50.000 Kinder aus Deutschland nach England durch die ber\u00fchmten Kindertransporte vor den Nazis gerettet. Heute, 80 Jahre sp\u00e4ter, schaffen wir das nicht mehr, wir lassen selbst Kinder im Mittelmeer ertrinken. Ich m\u00f6chte nicht den Eindruck hinterlassen, dass mir m\u00e4nnliche Fl\u00fcchtlinge gleichg\u00fcltiger sind, ich hebe Frauen und Kinder hier nur deshalb hervor, weil sie in unserer Debatte immer so betont werden und damit deutlich wird, wie heuchlerisch hier argumentiert wird. Es geht (den meisten) NULL um Frauen und ihre Rechte oder ihre k\u00f6rperliche Unversehrtheit. Es geht um Besitzst\u00e4nde, Neiddebatten, Rassismus und das Ende von Menschlichkeit, Solidarit\u00e4t, der W\u00fcrde des Menschen und dem Grundrecht auf Asyl bzw. dem Recht auf Schutz nach der UN Fl\u00fcchtlingskonvention. Das h\u00e4tte ich alles gern auch bei Anne Will gesagt.<br \/>\n<strong>Wo wir dabei sind: wo bleibt der Schutz weiblicher Fl\u00fcchtlinge in Deutschland?<\/strong><br \/>\nDeutschland hat die EU Aufnahmerichtlinie ratifiziert, die in Artikel 21 vorschreibt, dass Fl\u00fcchtlinge mit besonderen Bed\u00fcrfnissen zu identifizieren und ihren Bed\u00fcrfnissen Rechnung zu tragen ist. Dazu geh\u00f6ren u.a. Minderj\u00e4hrige, Behinderte, Opfer von Gewalt und traumatisierte Fl\u00fcchtlinge. Ich habe selbst Gemeinschaftsunterk\u00fcnfte angeschaut, z.B. in Lehnitz bei Oranienburg, wo \u00fcber 700 Menschen in 2 H\u00e4usern untergebracht sind, bald sollen es sogar 1000 Gefl\u00fcchtete sein. Ich habe dort mit Frauen gesprochen und selbst die Sanit\u00e4ranlagen besichtigt. Diese Frauen erz\u00e4hlten mir, dass sie nur nachts duschen, wenn alle anderen schlafen, in kleinen Gruppen, und nicht oft, denn sie h\u00e4tten Angst in einem Duschraum, der nicht abschlie\u00dfbar ist und nicht einmal Kabinen hat. Man stelle sich vor, darunter sind auch Frauen, die bereits Opfer von Gewalt geworden sind. Niemand nimmt hier R\u00fccksicht auf ihre besonderen Bed\u00fcrfnisse. Was ist so schwierig daran, in gro\u00dfen Heimen einen Gang f\u00fcr Frauen und Familien einzurichten und andere Etagen f\u00fcr M\u00e4nner? Warum ist es so unm\u00f6glich, abschlie\u00dfbare Duschr\u00e4ume als Standard f\u00fcr alle zu haben? Wer w\u00fcrde in einem Haus mit Gemeinschaftsduschen, in dem 350 vorwiegend wildfremde Menschen wohnen, duschen gehen, ohne abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen? Aber die weiblichen Gefl\u00fcchteten und ihre k\u00f6rperliche Unversehrtheit interessieren kaum jemanden, schon gar nicht diejenigen, die sich gerade so lautstark f\u00fcr Frauenrechte engagieren.<br \/>\nAuch den Bed\u00fcrfnissen von Kindern wird nur selten entsprochen. Kinder brauchen Gelegenheiten zum Spielen. In den von mir besuchten Gemeinschaftsunterk\u00fcnften gab es nicht einen einzigen Raum zum Spielen. Es gab auch kaum Spielzeug. Die Kinder hielten sich in den endlos langen Fluren auf, auf dem nackten Linoleum und spielten dort mit einem einzigen alten Ball, oder sie rannten die trostlosen Treppen hoch und runter. Spenden sammeln f\u00fcr Spielzeug kann man ja, auch das schaffen wir als Freiwillige neben all den anderen Dingen, aber ein Raum muss der Betreiber stellen &#8211; und das passiert nicht.<br \/>\n<strong>Ja, es gibt viele Gr\u00fcnde, in Deutschland Angst zu haben &#8211; z.B. vor rechter Gewalt<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWas leider auch nicht zur Sprache kam, waren die <strong><a title=\"SpOn - 1005 Attacken auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fluechtlingsheime-bundeskriminalamt-zaehlt-mehr-als-1000-attacken-a-1074448.html\" target=\"_blank\">\u00fcber 1000 Angriffe auf Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte<\/a><\/strong>, darunter Brandanschl\u00e4ge, Sprengstoffanschl\u00e4ge, Sch\u00fcsse. \u00dcber 900 davon laut BKA mit rechtem Hintergrund. Das von vielen aktuell beschworene Gewaltmonopol des Staates sehe ich auch in Gefahr, z.B. wenn ich in Freital\/Heidenau mit anschauen muss, wie die Polizei sich auf der Nase herumtanzen l\u00e4\u00dft, von &#8222;besorgten B\u00fcrgern&#8220; tagelang mit Molotowcoctails, Flaschen und Steinen beworfen wird und es passiert &#8211; nichts. Ich habe Angst um die Zukunft der Demokratie und all der kostbaren demokratischen Freiheitsrechte in Deutschland, wenn solche Kr\u00e4fte weiter an Einfluss gewinnen. Ich habe Angst davor, eines Tages Schlagzeilen zu lesen, die von get\u00f6teten Fl\u00fcchtlingen k\u00fcnden, weil wir sie nicht sch\u00fctzen konnten vor einem rechten, gewaltt\u00e4tigen Mob.<br \/>\nUnd nun frage ich mich, wie viel Angst m\u00fcssen Fl\u00fcchtlinge haben, die ja auch die Nachrichten mitbekommen, wenn sie wissen, dass sie potenzielle Zielscheiben sind? Dass sie nun auch hier, wohin sie vor Krieg und Elend geflohen sind, bedroht werden und nicht ruhig schlafen k\u00f6nnen? Dass viele Menschen um sie herum sie pauschal f\u00fcr Vergewaltiger, Einbrecher, Diebe und sonstige Straft\u00e4ter halten? Ich kenne Fl\u00fcchtlinge, die selbst sagen, sie gehen jetzt nur noch zum Einkaufen raus, nicht mehr schwimmen, nicht mehr in die Disko. Sie haben Angst und sie wollen niemandem durch ihre blo\u00dfe Pr\u00e4senz Angst machen. Also isolieren sie sich selbst in ihrer Massenunterkunft. Das ist das Gegenteil von Integration und die Folge dieser Angstdebatte, gesteuert von Vorurteilen.<br \/>\nDer bisherige Gipfel ist die Diskussion um den Schie\u00dfbefehl an deutschen Grenzen. Als ehemaliger DDR B\u00fcrgerin dreht sich da mein Magen um wie ein Propeller. WIE KANN MAN NUR?! Da ist es schon kaum noch eine Steigerung, wenn die <strong><a title=\"SpOn - Schiesbefehl AfD Fl\u00fcchtlinge\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/afd-beatrix-von-storch-schiessbefehl-aeusserung-loest-entsetzen-aus-a-1074937.html\" target=\"_blank\">F\u00fchrungsspitzen der AfD da sogar noch einen drauf setzen und dar\u00fcber streiten, ob man Frauen und Kinder auch erschie\u00dfen soll oder doch nur die Frauen<\/a><\/strong>&#8230; So absurd das klingt, diese Partei hat aktuell 12% in Umfragen und Gewalt zum Verjagen von Fl\u00fcchtlingen, die nach ein paar Tausend Kilometern Fluchtweg vor der deutschen Grenze stehen, finden auch b\u00fcrgerliche Journalisten b\u00fcrgerlicher Medien nachvollziehbar und konsequent. Ja, das macht mir Angst und zwar so richtig.<br \/>\nIn einem Artikel (wenn ich ihn wiederfinde, verlinke ich ihn, \u00e4hnliches wird in diesem <strong><a title=\"ZEIT - Risikoforscher Renn Interview\" href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/2016-01\/risikoforschung-angst-terror-ortwin-renn\" target=\"_blank\">Interview mit einem Risikoforscher<\/a><\/strong> beschrieben) konnte man es neulich sehr sch\u00f6n lesen, warum viele von uns so viel Angst haben. Menschen gew\u00f6hnen sich an Risiken oder sie nehmen sie freiwillig in Kauf &#8211; dann haben sie weniger Angst davor, selbst wenn das Risiko ein t\u00f6dliches sein kann. Autofahren ist riskant? Klar, aber wegen ein paar Tausend Toten im Jahr, werden wir ja wohl kaum die Mobilit\u00e4t einschr\u00e4nken wollen. Wir gew\u00f6hnen uns daran, das war ja schon immer so. Kann man machen nichts. Rauchen ist t\u00f6dlich? Skifahren gef\u00e4hrlich? Ja, wei\u00df man, aber schei\u00df drauf, man WILL rauchen oder skifahren oder was auch immer&#8230; ein freiwillig eingegangenes Risiko macht weniger Angst.<br \/>\nWas aber \u00fcberproportional Angst macht, ist ein unbekanntes, neues, ein unfreiwilliges Risiko. Wenn ein solches Risiko wegen &#8222;YEAH! Neuigkeitswert!&#8220; oder &#8222;B\u00fcrger wollen NOCH MEHR dar\u00fcber wissen! Relevanz, Relevanz!&#8220; unglaublich \u00fcberproportional beschrieben und dar\u00fcber berichtet wird, dann wirkt es noch gr\u00f6\u00dfer, erzeugt noch mehr Angst und schon sind wir drin in einem Teufelskreislauf aus Panik, Angstmache und \u00fcberproportionale Fokussierung. Wenn wir dann von dem Taschendiebstahl eines dunkelh\u00e4utigen Mannes in einer Tageszeitung lesen, die fr\u00fcher von den Hunderten Taschendiebst\u00e4hlen, die in der gleichen Stadt so j\u00e4hrlich passieren, nichts berichtet hat, entsteht der Eindruck: sieh mal an, ab jetzt wirds gef\u00e4hrlich in der Einkaufszone, la\u00dft uns die Taschen fester packen und die Ausl\u00e4nder schnell wieder loswerden. Genau das gleiche im Freiburger Club, da zitieren Zeitungen eine junge Frau, die mit einem Ausl\u00e4nder nicht tanzen wollte, der aber trotzdem weiter mit ihr tanzte.<br \/>\nDie vielen Tausend Male, wo eine beliebige Frau mit einem beliebigen Typen in einer Disko nicht tanzen wollte und diese Klette trotzdem nicht los wurde, oder wo Frauen in Schwimmb\u00e4dern verbal angemacht wurden, die standen in keiner Zeitung und haben auch nicht zu einer Debatte gef\u00fchrt, bestimmte M\u00e4nnergruppen (blonde? lockige? mit Sommersprossen?) vom Zugang zu Clubs oder <strong><a title=\"SpOn - Schwimmbadverbot\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bornheim-schwimmbad-verbot-fuer-fluechtlinge-endet-mittwoch-a-1072564.html\" target=\"_blank\">Schwimmb\u00e4dern<\/a><\/strong> auszuschlie\u00dfen. Das gleiche spielt sich ab bei jeder beliebigen Straftat, sei es nun versuchte oder vollzogene Vergewaltigung, verbale Bel\u00e4stigung oder anderes. Das sind alles verwerfliche Taten aber es sind IMMER verwerfliche Taten, egal, wer sie begeht. Sie sollten IMMER Aufmerksamkeit erhalten, egal wer der T\u00e4ter ist, <strong><a title=\"HP ausnahmslos\" href=\"http:\/\/ausnahmslos.org\/\" target=\"_blank\">ausnahmslos<\/a><\/strong>. Und mal so ganz nebenbei: es gibt ein Antidiskriminierungsverbot und wir sind ein Rechtsstaat. Beides bedeutet, dass Sippenhaft und Ausgrenzung auf Basis z.B. von Herkunft oder Ethnie verboten sind. Wer Schandtaten begeht, geh\u00f6rt bestraft, aber individuell, nicht alle Angeh\u00f6rigen der gleichen Ethnie stellvertretend mit. Im \u00fcbrigen hat sich auch das <strong><a title=\"Bad. Zeitung - Interview Opfer Freiburg\" href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/was-eine-frau-die-sexuell-belaestigt-wurde-zur-tuerpolitik-freiburger-clubs-sagt\" target=\"_blank\">Opfer der versuchten Vergewaltigung von Freiburg<\/a><\/strong> in diese Richtung ge\u00e4u\u00dfert und selbst die Zutrittsverbote als &#8222;abscheulich&#8220; gebranntmarkt.<br \/>\nWenn wir uns der psychologischen Effekte der Bewertung von Risiken bewu\u00dfter w\u00e4ren, k\u00f6nnten wir rationaler mit den Geschehnissen der Gegenwart umgehen. Weniger in Panik verfallen, weniger Angst haben, mehr nach L\u00f6sungen suchen und uns mehr auf die Risiken konzentrieren, die ein zu wenig an Integration verursacht. Die sind n\u00e4mlich h\u00f6chst real aber werden sich erst in der Zukunft zeigen, vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren. Aber diese Risiken sind nicht in Stein gemei\u00dfelt, wir k\u00f6nnen sie beeinflussen und dramatisch verringern, wenn wir es wollen und wenn wir daran arbeiten.<br \/>\n<strong>#wirmachendas &#8211; den vielen Macher*innen eine Stimme und ein Gesicht geben<\/strong><br \/>\nDas machen ja schon Hunderttausende in Deutschland, unerm\u00fcdlich, jeden Tag. Es werden auch nicht weniger. Aber wie Mehmet Daimag\u00fcler anmerkte &#8211; es sind die stillen, die man daher weniger wahr nimmt. Sie labern halt nicht. Sie machen einfach. Sie verplempern ihre Zeit nicht wie die lauten Besorgten mit w\u00fctenden Protesten auf virtuellen und analogen Pl\u00e4tzen sondern engagieren sich f\u00fcr eine bessere Integration, mit Deutschkursen, Begleitung zu Beh\u00f6rden, mit Spendensammeln und Verteilen, mit <strong><a title=\"Wirmachendas - Rechtsberatung\" href=\"http:\/\/wirmachendas.jetzt\/zu\/\" target=\"_blank\">Rechtsberatung<\/a><\/strong>, mit kreativen L\u00f6sungen f\u00fcr anstehende Probleme (schaut mal <strong><a title=\"Wirmachendas - eigene 14 W\u00e4nde\" href=\"http:\/\/wirmachendas.jetzt\/die-eigenen-14-waende-ein-refugium-auf-zeit\/\" target=\"_blank\">die eigenen 14 W\u00e4nde<\/a><\/strong> an!)\u00a0 und auf unendlich vielen Wegen mehr. Damit sie endlich sichtbarer werden und der verquere Eindruck, die Mehrheitsmeinung sei eine ablehnende etwas gerade ger\u00fcckt werden kann, haben <strong><a title=\"Wirmachendas - \u00fcber uns\" href=\"http:\/\/wirmachendas.jetzt\/ueber-uns\/\" target=\"_blank\">100 Frauen aus Wissenschaft, Kunst, Kultur, Medien und \u00f6ffentlichem Leben <\/a><\/strong>die <strong><a title=\"HP wirmachendas\" href=\"http:\/\/wirmachendas.jetzt\/\" target=\"_blank\">Initiative #wirmachendas<\/a><\/strong> gegr\u00fcndet. Ich bin eine dieser 100 Frauen und kann nur empfehlen, unsere Seite einmal zu besuchen und sich inspirieren zu lassen, von der Motivation und Kreativit\u00e4t der Allianz der Willigen, die es massenhaft in Deutschland gibt. Diese Initiative w\u00e4chst gerade zur Bewegung, an der sich immer mehr Einheimische und Neuank\u00f6mmlinge, Institutionen und Netzwerke, Frauen und M\u00e4nner engagieren. Weil eine gemeinsame gute Zukunft f\u00fcr uns alle m\u00f6glich ist &#8211; wenn wir unsere Energien darauf lenken.<br \/>\nDas alles h\u00e4tte ich also auch gerne noch gesagt, nun hab ich stattdessen aufgeschrieben.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/0ec4a5a87bbb41e8bf2144f2f5845a86\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 31.01.2016 war ich zu Gast bei Anne Will, wo dar\u00fcber debattiert wurde, ob denn nun die Stimmung gegen Fl\u00fcchtlinge gekippt sei oder nicht. 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